Rosa von Praunheim

*25.11.1942

Rosa von Praunheim, geboren als Holger Radtke, adoptiert als Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, wurde in Riga geboren und wuchs bei seiner Adoptivfamilie in Ostberlin, nach der Flucht in den Westen 1953 in Frankfurt/Main auf.

In den 1960er Jahren studierte er an der Hochschule für Bildenden Künste in Berlin, drehte erste Kurzfilme. Sein Pseudonym bezieht sich auf den rosa Winkel, mit dem in der NS-Zeit Schwule diskreditiert wurden, und auf den Frankfurter Stadtteil, in dem er als Jugendlicher lebte.

Mit der grotesken Liebesgeschichte "Die Bettwurst" und dem der provokanten Schwulen-Dokumentation "Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt", etablierte er sich 1971 als Filmemacher, der als Pionier des Schwulen Filmschaffens gilt. Seine Filmarbeit sah er immer auch als Teil eines politisch-gesellschaftlichen Aktivismus.

Themen seiner über 80 Filme sind neben Homosexualität im Speziellen AIDS, Religion, Nationalsozialismus sowie das Porträtieren starker Frauenfiguren; in den letzten Jahren verstärkt die eigene Familiengeschichte. Er vermischt Spiel- und Dokumentarfilm, nutzt die Stilmittel von Improvisation und (gewolltem) Dilettantismus. Von Praunheim will aufrütteln, mit seinen Filmen zum Denken anregen - und auch provozieren. So erlangte er große Aufmerksamkeit für seinen Auftritt bei RTL 1991, in dem er unter anderem Hape Kerkeling und Alfred Biolek als schwul outete.

In den 2000er Jahren arbeitete Rosa von Praunheim als Professor an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg.

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