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Über "Wilder Westen made in Germany" von Reiner Boller

Über "Wilder Westen made in Germany" von Reiner Boller

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Zu Zeiten meines Studiums habe ich mal im Rahmen eines "Western"-Hauptseminars eine Hausarbeit verfasst, in der ich versucht habe, dem Winnetou-Touch auf die Spur zu kommen. Dem Besonderen an den Karl May-Verfilmungen der 1960er, dieses Märchenhafte, das irgendwo im Gut-Böse-Schema der Handlung, in der wilden Landschaft Kroatiens, im Übertragen der mythischen US-Geschichte auf deutsche Nachkriegs-Produktionsweisen etc. liegt. Habe vor allem entdeckt, dass dieses spezifische Flair alsbald verlorengegangen ist; einmal, weil der Karl-May-Film von seinen Kindern, den Italowestern aufgefressen wurde, aber auch, weil er sich in der schlichte Masse der Brice- und Barkerfilme selbst kannibalisiert habe.

 

In diesem Rahmen hatte ich damals wohl nicht alle, aber die meisten der May-Filme (wieder)gesehen; habe auch den einen oder anderen Roman gelesen (und befunden, dass auch die schlechteren Filme unterhaltsamer sind – aber das ist natürlich 'ne subjektive Sichtweise…) Insofern habe ich mich sehr gefreut, als Reiner Boller auf mich zugekommen ist mit seinem Vorschlag, eine Art Gesamtschau des deutschen Western herauszubringen...

Aktuelles

Über "Hollywood Justice" von Peter Vogl

Aus dem Notizbuch des Verlegers

In einem meiner früheren Leben, fast zehn Jahre ist das jetzt her, da habe ich mich mit dem Kollegen S. nach der Pressevorführung von Neil Jordans "Die Fremde in dir" / "The Brave One" über Selbstjustiz im Film unterhalten. S. hatte vor, über dieses Thema seine Magisterarbeit zu schreiben; ich konnte immerhin damit punkten, den Namen des Komponisten der Filmmusik von "Death Wish II" zu kennen: niemand anderes als Jimmy Page. Sehr viel mehr konnte ich nicht beitragen. Kollege S. hat dann einen lukrativen Job ergattert und verdient sich jetzt ohne Studienabschluss eine goldene Nase – Glück für ihn, und Glück für uns alle. Denn so konnte Peter Vogl in die Bresche springen. Und das weltweit erste Buch zum Thema Selbstjustiz und Vigilantismus schreiben. Wodurch nun ich und Sie und wir alle uns bestens informieren und künftig auch in Gesprächen mit den vielen Kollegen S. dieser Welt mitreden können.

Über "Hollywood Justice" von Peter Vogl

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: 1.000 Filmkomödien

Aus dem Notizbuch des Verlegers

376 - die Zahl verfolgt mich in meinen schlaflosen Nächten. 376: Soviele - bzw.: sowenige - der 1.000 Filmkomödien, die Franz Stadler und Manfred Hobsch für den zweiten Teil ihres Handbuchs "Die Kunst der Filmkomödie" zusammengetragen haben, kannte ich. Muss ich zu meiner Schande gestehen: 376 von 1.000. Eigentlich beschämend.
 Ein Glück, dass nun eine Gesamtschau über die 1.000 besten Filmkomödien vorliegt, da kann man nachlesen, was man noch alles nachholen muss. Ein Buch, an dem man sich orientieren kann für alle weiteren Forschungsreisen in das unermessliche Gebiet der Filmkomödie.

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: 1.000 Filmkomödien

Über Marina Küffner: Auflehnung, Antriebslosigkeit, Antidepressiva und Apokalypse

Aus dem Notizbuch des Verlegers

James Dean ist ein Mythos. Eine Ikone. Ein Idol. Eine Legende. James Dean verstarb vor 60 Jahren. James Dean wirkt noch heute nach. Drei Kinofilme, ein junger Tod: intensiv und einflussreich genug, um noch heute mehr zu sein als irgendein Name der Hollywood-Historie. Biographie, Image und Werk sind bei Dean kongruent, sie sind in der persona "James Dean" untrennbar verschmolzen – die suchenden, aufsässigen, coolen Jungs, die er in seinen Filmen spielte, seine ambige sexuelle Ausstrahlung, seine Jugend, seine Intensität, sein Interesse für schnelle Autorennen… Unmittelbarkeit und Risikobereitschaft in Kunst und Leben.

Über Marina Küffner: Auflehnung, Antriebslosigkeit, Antidepressiva und Apokalypse

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: Die Kunst der Filmkomödie

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Im Dezember 2013 gab es einen Glückstag für mich: In meinem Postfach das Manuskript zu Die Kunst der Filmkomödie von Franz Stadler und Manfred Hobsch. Ein Buch, das die diversen Theorien, wer wann warum wodurch und wozu vielleicht über was lachen könnte, beiseite lässt, und das einfach schildert. Das schildert, welche Formen der Filmkomödie es gibt, wie sie sich ausdrücken, in welchem Umfeld sie entstanden. Das beobachtet, welche grundsätzlichen Möglichkeiten für Gags es im Film überhaupt gibt, die dann in unterschiedlichen Kombinationen immer wieder neu und immer wieder originell angewandt werden. Das porträtiert, welche komischen Personen es eigentlich sind, die da auf der Leinwand oder hinter der Kamera diese lustigen und lustvollen Filme kreieren.

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: Die Kunst der Filmkomödie

Ein Interview mit Rosa von Praunheim

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Schon 2009, als ich noch gar nicht an einen eigenen Verlag dachte, war mit das Manuskript von Julius Pöhnerts Magisterarbeit über Rosa von Praunheim in die Mailbox geflattert - damals noch als eventuelles Screenshot-Projekt. Als der Verlag Gestalt annahm, war klar, dass ich dieses Buch veröffentlichen wollte - das erste seit Jahrzehnten über diesen höchst produktiven Filmemacher, Schwulen-Aktivist und Provokateur namens Rosa von Praunheim.

Beinahe war das Buch dann fertig gelayoutet, als ich Gelegenheit bekam, auf den Hofer Filmtagen 2014 mit Rosa zu sprechen - ein langes Interview über seinen damals aktuellen Film "Hitler und Jesus - eine Liebesgeschichte"; ein Gespräch, das dann auch zu einer Reflexion über das Gute und das Böse an sich wurde, über die Nazis, über Jesus, über Kirche und Homosexualität - Themen, die Rosa von Praunheim in vielen seiner Filme aufgreift...

Ein Interview mit Rosa von Praunheim