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Über "Schurkisch!" von Andrea Freitag

Über "Schurkisch!" von Andrea Freitag

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Das Böse ist immer und überall, und der Schurke oft interessanter als der Held. Klar: Donald ist unterhaltsamer als Hillary.
Für die Dramaturgie ist der Konflikt ausschlaggebend, logisch. Genauso logisch: Für einen starken Konflikt braucht's einen starken Gegner. Aber ist das schon die einzige Funktion, die der Antagonist in einer Filmerzählung einzunehmen hat? Die Sache interessant zu machen und zu halten, und damit hat sich's? Andrea Freitag legt mit Schurkisch! eine Studie vor, die den Antagonisten in Beziehung zum Protagonisten setzt – nicht nur dramaturgisch, sondern auch, was das Rezeptionsverhalten betrifft. Will man nicht manchmal auch, zumindest klammheimlich, der Schurke sein? Gleicht sich der Held nicht auch dem Bösewicht an? Wie rechtfertigt man Gewalt, die vom "Guten" ausgeht, wenn sie beim "Bösen" verdammt wird?

Aktuelles

Über Marina Küffner: Auflehnung, Antriebslosigkeit, Antidepressiva und Apokalypse

Aus dem Notizbuch des Verlegers

James Dean ist ein Mythos. Eine Ikone. Ein Idol. Eine Legende. James Dean verstarb vor 60 Jahren. James Dean wirkt noch heute nach. Drei Kinofilme, ein junger Tod: intensiv und einflussreich genug, um noch heute mehr zu sein als irgendein Name der Hollywood-Historie. Biographie, Image und Werk sind bei Dean kongruent, sie sind in der persona "James Dean" untrennbar verschmolzen – die suchenden, aufsässigen, coolen Jungs, die er in seinen Filmen spielte, seine ambige sexuelle Ausstrahlung, seine Jugend, seine Intensität, sein Interesse für schnelle Autorennen… Unmittelbarkeit und Risikobereitschaft in Kunst und Leben.

Über Marina Küffner: Auflehnung, Antriebslosigkeit, Antidepressiva und Apokalypse

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: Die Kunst der Filmkomödie

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Im Dezember 2013 gab es einen Glückstag für mich: In meinem Postfach das Manuskript zu Die Kunst der Filmkomödie von Franz Stadler und Manfred Hobsch. Ein Buch, das die diversen Theorien, wer wann warum wodurch und wozu vielleicht über was lachen könnte, beiseite lässt, und das einfach schildert. Das schildert, welche Formen der Filmkomödie es gibt, wie sie sich ausdrücken, in welchem Umfeld sie entstanden. Das beobachtet, welche grundsätzlichen Möglichkeiten für Gags es im Film überhaupt gibt, die dann in unterschiedlichen Kombinationen immer wieder neu und immer wieder originell angewandt werden. Das porträtiert, welche komischen Personen es eigentlich sind, die da auf der Leinwand oder hinter der Kamera diese lustigen und lustvollen Filme kreieren.

Über Franz Stadler, Manfred Hobsch: Die Kunst der Filmkomödie

Ein Interview mit Rosa von Praunheim

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Schon 2009, als ich noch gar nicht an einen eigenen Verlag dachte, war mit das Manuskript von Julius Pöhnerts Magisterarbeit über Rosa von Praunheim in die Mailbox geflattert - damals noch als eventuelles Screenshot-Projekt. Als der Verlag Gestalt annahm, war klar, dass ich dieses Buch veröffentlichen wollte - das erste seit Jahrzehnten über diesen höchst produktiven Filmemacher, Schwulen-Aktivist und Provokateur namens Rosa von Praunheim.

Beinahe war das Buch dann fertig gelayoutet, als ich Gelegenheit bekam, auf den Hofer Filmtagen 2014 mit Rosa zu sprechen - ein langes Interview über seinen damals aktuellen Film "Hitler und Jesus - eine Liebesgeschichte"; ein Gespräch, das dann auch zu einer Reflexion über das Gute und das Böse an sich wurde, über die Nazis, über Jesus, über Kirche und Homosexualität - Themen, die Rosa von Praunheim in vielen seiner Filme aufgreift...

Ein Interview mit Rosa von Praunheim

Über Andreas Köhnemann: Liebe in alle Richtungen

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Köhnemann betrachtet den Liebesfilm. Nein: Liebesgeschichten im Film. Speziell: Dreier-Liebesgeschichten. Allerdings eingeschränkt: Nämlich nur solche, in denen eine sexuelle Ambivalenz herrscht – also nicht Paar plus Nebenbuhler, sondern drei Liebende. Er bettet seine Beispiele in das Liebesfilmgenre ein, betrachtet die typischen Standardsituationen und zeigt die Abweichungen auf, die nötig sind und die möglich sind bei ménage à trois-Filmen.

Über Andreas Köhnemann:<br>Liebe in alle Richtungen

Über Moritz Rosenthal: Das Monster im Blick

Aus dem Notizbuch des Verlegers

Eine Einführung ins Horrorgenre, eine Einführung in die gängigen Theorien der feministischen Filmbetrachtung.
Ein Manuskript, das mich beim ersten Lesen zu heftigem Denken animiert hat.
Moritz Rosenthal orientiert sich an Daniel Chandler, dessen Arbeit – sogar auf deutsch übersetzt – auch online verfügbar ist. Und Rosenthal bricht dabei die Genredebatte schön prägnant herunter – natürlich nicht als ultimativen Beitrag zum Diskurs, aber genug, um damit arbeiten zu können. Nämlich, um das Horrorgenre zu definieren. Mit bestimmten Merkmalen wie dem Übernatürlichen, dem Einbruch des Fremden, der Angstwirkung... Kurz und bündig...
Und das ist erst der einleitende Teil des Buches...

Über Moritz Rosenthal:<br>Das Monster im Blick